Über Geben und Nehmen – oder alles was du tust tust du nur für dich selbst

Wie oft höre ich Menschen erzählen, dass sie Geben, mit der Betonung, dass keinerlei Erwartung dahinterstecken würde.
Jedes Geben ist automatisch mit einem Nehmen verbunden. Ein bedingungsloses Geben gibt es genauso wenig wie die bedingungslose Liebe (mehr dazu im Blogbeitrag bedingungslose Liebe).
Wenn eine Person gibt, erhofft Sie sich zum einen Aufmerksamkeit, zum anderen Dank. Diese Person möchte ein guter Mensch sein, möglicherweise ein schlechtes Gewissen, welches noch nicht einmal mit der aktuellen Gegebenheit zusammenhängt, ausgleichen. Viele definieren sich auch über Leistung und erhaschen sich durch Geben eine Bestätigung und Anerkennung. Viele Personen geben auch, um Abhängigkeiten zu schaffen. Manche haben auch ein sogenanntes Helfersyndrom, wodurch sie von ihren eigenen Problemen ablenken. Sie schauen lieber auf Andere und kümmern sich um diese, um der Verantwortung für sich selbst zu entkommen.
Jedes Geben hat etwas mit Nehmen zu tun. Das Geben löst eine Befriedigung beim Gebenden aus. Deshalb ist für viele das Geben auch viel Schöner als das Nehmen.
Der Nehmende ist immer in der Opferrolle, in der Rolle des Wiedergutzumachenden und Schuldners. Deshalb besteht auch zwischen Geben und Nehmen ein Machtverhältnis. In zwischenmenschlichen Beziehungen sollte stets darauf geachtet werden, dass ein Verhältnis auf Augenhöhe besteht, durch einen Ausgleich von Geben und Nehmen.
Wenn du einem Bettler Geld gibst, bleibt er weiter in der Abhängigkeit von dir oder Anderen. Verhilfst du ihm zur Arbeit kann er ohne deine Hilfe überleben. Hilfe zur Selbsthilfe ist ein Geben, welches stets erstrebenswert ist. Auch wenn dies ebenfalls nicht selbstlos ist.
Bedenke, dass alles was du tust und alles was du nicht tust, du nur für dich tust. Wenn dir dies klar ist und dir bewusst wird, dass du noch nie etwas für Andere getan hast, bist Du einen großen Schritt auf den Weg zu dir selbst, weiter.

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