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Die Romantisierung von Missbrauch

Der Übergang von leidenschaftlicher Liebe zu Missbrauch erfolgt oft schleichend und wird von Betroffenen häufig zu spät bemerkt.
Am Beispiel Fifty Shades of Grey zeigte Lydia Benecke auf, dass der Film von psychischem, sexuellem und häuslichem Missbrauch handle, welcher fatalerweise als leidenschaftliche Liebe propagiert werde: Eine sexuell unerfahrene Frau werde zur Einwilligung sexueller Handlungen manipuliert – unter Alkohol soll ihre Einwilligung erzielt werden (was rechtlich gesehen eine Vergewaltigung darstelle), er wird wütend, als sie emotional aufgelöst ist…..

Grundsätzlich ist ein gegenseitiges Vertrauen, das offene Verbalisieren von Gefühlen, Wünschen, Ängsten die Basis einer jeden Beziehung.
Darüber hinaus sollten Medien nicht zu einer verallgemeinerten Pathologisierung (sexuellen) Verhaltens führen, sondern individuell genau von Experten betrachtet und ggf. behandelt werden. Eine Botschaft, die sich meines Erachtens, dadurch ebenfalls im o.g, Film verbirgt ist, dass eine Frau, die bedingungslos liebe, dem Anderen helfen könne. Es gibt auch Partner, die direkt kommunizieren, dass die/der Andere sie aus ihrem psychischen Leiden –z.B. und aus einer Bindungsstörung – befreien könne.

Grundsätzlich möchte ich wie folgt einige Merkmale zusammenfassen, die Beziehungsgewalttaten und Missbrauch signalisieren. Diese sind u.a.:
-Das Anbieten und Verabreichen von starkem Alkohol oder Drogen zur Enthemmung oder/und Reduzierung von Schmerzwahrnehmung für gewünschte sexuelle Praktiken
-Wenn Signale oder Worte, dass etwas unerwünscht ist oder es nicht gut geht, ignoriert werden
-Wenn Kommunikation nicht erwünscht wird und auf Emotionen mit Ablehnung, Wut reagiert -oder gar Trennung gedroht wird
-Wenn die eigene Wahrnehmung manipuliert wird, indem der Partner einredet, seine Vorlieben seien Wünsche des Anderen oder würden ihn extrem glücklich machen
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Medien ( u.a. Filme, social media…) sollten hier ihren verantwortungsvollen Beitrag leisten und Missbrauch nicht als spaßig, lustvoll und korrekt darstellen. Denn dadurch werden Betroffene in Ihren Gefühlen der Schuld, Scham verstärkt und von ihrer richtigen Wahrnehmung, eigenen Wertschätzung und Intuition entfernt.

Die bedingungslose Liebe

Was ist eine bedingungslos Liebe? Ich glaube, die bedingungslose Liebe gibt es nicht – auch wenn der Mensch oft meint in einer derartigen Selbstlosigkeit zu leben. Aber wir leben in einer materiellen Welt, in der jedes Gefühl, jeder Gedanke ver-materialisiert werden möchte. So ist es auch mit der Liebe. Wenn Du Dich an einer Blume erfreust und diese Blume über alles liebst (wie es beim kleinen Prinzen der Fall war), so besteht diese Liebe, weil die Blume da ist oder da war, so dass materielle (grobstoffliche) Erinnerungen bestehen. Wäre die Blume nicht real da, würde die Liebe nicht, oder nur bedingt bestehen. Wir erwarten von unserer Liebe, dass sie uns bereichert, indem sie für uns da ist, indem wir ihren Anblick mit unseren Sinnen aufnehmen können: indem wir sie sehen, riechen und vielleicht auch im Wind hören können, indem wir sie fühlen dürfen. Unsere Sinne wollen befriedigt werden – insbesondere von dem, was wir begehren. Wird dieses Bedürfnis nicht gestillt, werden wir wütend oder traurig. Demnach ist unsere Liebe gekoppelt an einer gewissen Präsenz. Weiterlesen

Von der Bestimmung und der Rosaroten Brille

Viele Personen erzählen mir, dass Sie sich so verbunden fühlen mit einer anderen Person, dass sie glauben füreinander bestimmt zu sein. Sind die beiden Personen kein Paar, so weiß von dieser Bestimmung interessanterweise nur eine Person. Weiterlesen

Über Geben und Nehmen – oder alles was du tust tust du nur für dich selbst

Wie oft höre ich Menschen erzählen, dass sie Geben, mit der Betonung, dass keinerlei Erwartung dahinterstecken würde.
Jedes Geben ist automatisch mit einem Nehmen verbunden. Ein bedingungsloses Geben gibt es genauso wenig wie die bedingungslose Liebe (mehr dazu im Blogbeitrag bedingungslose Liebe). Weiterlesen